TSV Ertingen 1864 e.V.
Turnabteilung





Historie Turnvater Jahn


Friedrich Ludwig Jahn auch als „Turnvater Jahn“ bekannt, legte den Grundstein für die deutsche Turngeschichte.

Am 11. August 1778 kam er in Lanz als Sohn eines Pfarrers zur Welt. Nach mehreren Schul- und Universitätsbesuchen hatte er noch keinen Abschluss, woraufhin er 1800 ein Verbot für alle deutschen Universitäten ausgesprochen bekam. Später versuchte er sich als Privatlehrer, allerdings ohne Erfolg, wonach er eine Stelle als Hilfslehrer in Berlin annahm.


Jahn vertrat die Meinung, Deutschland solle eine größere Rolle in Europa spielen. Daraus gründete er 1810 den geheimen deutschen Bund zur Befreiung und Einigung Deutschlands.

Aus den regelmäßigen Wanderungen mit seinen Schülern, entwickelte sich schließlich das Turnen.

Am 18. Juni 1811 fand seine erste öffentliche Turnstunde statt. Die Hasenheide bei Berlin war der erste deutsche Sportplatz mit Geräten von GutMuths, deutscher Pädagoge und Mitgründer des Turnens.

Durch das Turnen wollte er die Jugend auf einen eventuellen Kampf vorbereiten. Sein politisches Ziel war es, Deutschland aus Napoleons Herrschaft zu befreien und es zu dem deutschen Reich unter preußischer Regierung zu machen. 1813 verlor Napoleon bei der Völkerschlacht bei Leipzig, somit kam Jahn seinem Traum vom deutschen Reich deutlich näher.


Jahn versuchte das Turnen in ganz Deutschland zu verbreiten. 1816 erschien sein Buch „Die Turner Kunst“ (mit Ernst Eiselen). In dem Buch werden Turnübungen wie Gehen, Schwingen, Reck- und Barrenübungen, Werfen etc. und die Beschreibung eines Turnplatzes mit Geräten behandelt.

Die konservativen Politiker aus Preußen gewannen durch die Befreiungskriege an Macht, was Jahn und seinen Anhängern zum Verhängnis wurde.


Am 18./19. Oktober 1817 fand auf Initiative Jahns eine Bücherverbrennung, das sogenannte Wartburgfest statt, womit er zunehmend zum Problem für das Preußische Ministerium wurde. Jahn wurde am 13. Juli 1819 verhaftet und ein Turnverbot in Preußen und Teilen Deutschlands wurde erlassen.

Nach seiner Entlassung 1825 lebte er in Freyburg an der Unstrut, da er das Verbot erhielt in Universitäts-/ und Gymnasialstädten zu leben. Dennoch hatte er Kontakt zu Lehrern und Schülern, woraufhin er für sieben Jahre aus Deutschland ausgewiesen wurde.


1837 wurden in Gymnasien wieder Leibesübungen gestattet. 1842 hob Friedrich Wilhelm IV. das Turnverbot wieder auf und Turnen wurde als Schulfach eingeführt.


1852 starb Friedrich Ludwig Jahn in Freyburg an der Unstrut. Beigesetzt wurde er an der Stirnseite der ersten deutschen Turnhalle und 1936, zu den olympischen Spielen, in den Ehrenhof seines Wohnhauses, welches heute das Friedrich-Ludwig-Jahn-Museum ist, umgebettet.